2.8/5
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Muntere Stilmix-Revue
  · 04.09.22
Sebastian Hartmann steht für schier endlose Abende, die dicke Wälzer der Weltliteratur assoziativ umkreisen und düster raunen. Wie ein typischer Hartmann-Abend beginnt auch „Der Einzige und sein Eigentum“ zur Spielzeit-Eröffnung am Deutschen Theater Berlin. Nebelschwaden hüllen die Bühne ein und recht früh am Abend setzt auch Linda Pöppel zu einem ihrer unverwechselbaren Verzweiflungs-Soli an. Mit gesenkten Köpfen und ganz in Schwarz schleppt sich das Ensemble dahin.

Doch es geht wesentlich bunter weiter: das Ensemble wechselt munter seine Kostüme (Adriana Braga Peretzki), schlüpft in elegante Abendrobe und schrille Revue-Kleider. Ähnlich munter wechselt auch die Inszenierung ihren Sound, ihre Farbe und ihre Stimmung: die Klänge, die PC Nackt komponierte, erinnern mal an Operette, mal an Mitklatsch-Musicals. Über die Video-Leinwand von Hartmanns langjährigem Arbeitspartner Tilo Baumgärtel flimmern melodramatische Szenen wie aus expressionstischen Stummfilmen. Mit weit aufgerissenen Augen und Trippelschritten performen die Spieler*innen Clowns-Nummern, Zombie-Einlagen und vor allem sehr viel Sprechgesang.

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