4.5/5
Bewertungen: 2
Rezensionen: 2
Alle Kritiken ansehen.
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Davon geht die Welt nicht unter
  · 31.08.22
''Es geht hier vor allem auch um die „Verbrechen des Jahrhunderts“. Im Garten werden Akten aus dem römischen Archiv vergraben. Die Geschichte des Imperiums soll dem Vergessen anheimfallen. Das lässt sich heute auch anders interpretieren, wenn hier Koffer mit den Dokumenten der Wannseekonferenz verschwinden sollen. Natürlich gibt es auch die üblichen Helden und Retter des Imperiums wie den aus germanischer Gefangenschaft zurückgekehrten und für seine Ehre und den Erhalt des Reichs kämpfen wollende Verlobten Reas. Ämilian (Christian Krug) ist hier der berlinernde Hardliner, der kurz seinen Auftritt als verhinderter Brutus hat.

„Die Iden des Märzes“ sind bei Dürrenmatt nur ein weiterer Scherz. Der in eigener Sache subversive Hühnerzüchter Romulus überlebt selbst den Einmarsch der Germanen, die mit Odoaker (Para Kiala) einen ebenso feinsinnigen Naturliebhaber und Landwirt haben, der sich, um seinen blutgeilen Neffen Theoderich (Josef) zu verhindern, lieber dem Romulus unterwerfen will. Das ist die Pointe von Dürrenmatts Stück, das sich als Satire auf die Weltgeschichte verstehen lässt. Heute sieht es da etwas komplizierter aus. Als kleine Aufmunterung für die gerade nicht ums Regieren zu beneidende Ampelkoalition singt das Ensemble zum Schluss „Alles im Griff auf dem sinkenden Schiff“.'' schreibt Stefan Bock am 26. August 2022 auf KULTURA-EXTRA
War die Kritik hilfreich?