Kritik zuCaesar
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Textmassen in klassischer Bearbeitung
  · 29.08.22
Anders als bei seiner vielbeachteten „König Lear“-Inszenierung an den Münchner Kammerspielen zur Spielzeit-Eröffnung 2019 nutzt Pucher diesmal keine frische, pointierte Neuübersetzung wie von Thomas Melle, der Shakespeare mit flapsigen Ausdrücken, zeitgenössischem Duktus und einem dezidiert feministischen Blickwinkel würzte. Beim „Julius Caesar“ setzt er auf einen traditionsreichen Klassiker: Pucher nutzt für seine Stückfassung die Übersetzung von August Wilhelm Schlegel, die Elisabeth Plessen 1986 bearbeitet hat.

Der weniger als zwei Stunden kurze Abend ächzt unter diesen enormen Textblöcken, die das routinierte Ensemble vorträgt. Spielerische Momente gibt es kaum, stattdessen kehrt Yorck Dippe nach seinem Vorspiel noch mehrfach als Poet Cinna auf die Bühne zurück und trägt Shakespeare-Sonette vor, die als Fremdtext eingeflochten werden.

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