Kritik zuParadise Lost
4.0/5
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Unterhaltsam-treffendes Musical über Regie-Götter und #metoo
  · 26.06.22
In vielen Gesprächsrunden, Publikationen und Essays wird die Allmacht der Regie-Götter beklagt, deren Launen die Berufsanfänger oft ausgeliefert sind. In diesem sehr unterhaltsamen und dennoch tiefgründigen, dramaturgisch ebenso wie choreographisch präzise gearbeiteten Ensemble-Stück werden die verschiedenen Strategien durchgespielt, mit denen talentierte Künstler versuchen, in der Branche Fuß zu fassen.

Da ist z.B. der narzisstische Kai (Timothy Leistikow für den gestern Nathan Johns einsprang), der nach unten tritt und sich auf breiter Schleimspur beim meist abwesenden Regisseur anbiedert; da ist der talentiertere Alex (Manuel Nobis), der in seiner zurückhaltenden Art stets nur in der zweiten Reihe landet und schmollt; da sind Lilli (Annika Steinkamp), die zynisch-verbitterte Assistentin des Regisseurs, und ihr Ex Adam (Tobias Blinzler), der einige Widerworte gab, seitdem in Ungnade gefallen ist und durch die Provinz tingelt, um sich und seine Familie zu ernähren; schließlich auch Peedy (Paul Fruh), der es bereut, dass er für ein Engagement die Beine breit machte) und Maja (Isabella Seliger), das unerfahrene Küken im Ensemble, die am Ende des Stücks entscheiden muss, ob sie der Einladung ins Hotelzimmer folgen soll, wo sie sich den Text für die ersehnte Hauptrolle abholen soll.

In zweieinhalb kurzweiligen Stunden performt das Ensemble eine tolle Show, bei der zu spüren ist, wie sehr dieses sensible Thema die UdK-Studis auch ganz persönlich angeht.

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