Kritik zuPIGS
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Nie wieder Schweinefleisch
  · 24.06.22
''Das Publikum wird von Bildschirm zu Bildschirm gejagt, mal per Du, mal per Sie angesprochen und aufgefordert, vorformulierte Fragen aus einer Menükarte an ein Gegenüber der Wahl zu stellen. Was also ist interaktiv an dem Nicht-Stück von Miriam Tscholl? Die Befolgung von Anweisungen und Befehlen? Die Aufforderung zum Gehorchen ("Wollt ihr das totale Geschwätz?") bei dem Widerspruch nicht zum Kalkül gehört? Die Frage, ob sich die Klimakatastrophe durch individuellen Verzicht auf Fleisch, Eier oder Garnelen in den Griff kriegen lässt, oder ob es nicht sinnvoller wäre, zum Boykott aller Politiker aufzurufen, die die Autoindustrie fördern, ist im vorliegenden Katalog nicht vorgesehen.

Was uns da aus Hildesheim hereinweht ist Pseudokommunikation der schlichten Art. Verglichen mit dem „Dialog“ mit „Fachleuten“, die inzwischen daheim – bei der Bratwurst? – sitzen und die man nicht unterbrechen kann, weil sie nur Abbilder sind, kommuniziert die Schauspielerin, der Schauspieler auf der Bühne im „normalen“ Theater weit mehr mit dem Publikum. Wie die Dinge liegen, werden wir den interaktiven Installationsschachsinn jedoch noch eine Weile ertragen müssen. Es hört uns ja niemand.'' schreibt Thomas Rothschild am 24. Juni 2022 auf KULTURA-EXTRA
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