3.5/5
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Gründlich auf links gebürstet
  · 12.05.22
''Der Goethe wird groß als Videoprojektion auf die hohen Holzwände des durchaus bemerkenswerten Bühnenbilds von Christina Schmitt projiziert. Ein sich wie bei Alexander Denic beständig drehendes, bühnenfüllendes Gebilde aus Holzgerüsten und einem kleinen Kiosk mit Metalltischen und Stühlen davor, der das Lokal „Zum Schwarzen Adler“ darstellt. Hier lernen die beiden Harrys auch die Prostituierte Hermine kennen. Katrin Wichmann gibt sie betont fröhlich aufgekratzt, wie sie dem vergeistigten Harry abkanzelt und ihm schließlich doch das Tanzen lehrt und mit ihrer Freundin Maria (Juliana Götze) zusammenbringt. An Sketschszenen ist die wuselige Inszenierung von Lilja Rupprecht wahrlich nicht arm. Helmut Mooshammer und Natali Seelig glänzen noch als sich über Jazz streitendes deutsches Touristenpaar mit peinlichem Schuldkomplex in Israel. Vom Jazzer zum Jizzer.

Ins Magische Theater müssen die Harrys dann aber auch noch. Das ist bei Melle ein wummernder Technoladen aus den 90ern, durch den er seinen Harry im besten Drogenrausch fantasieren lässt. Die Hölle ist hier ein flotter Rave. „Flowerpower aber hot.“ Doch auch das ist ja nur eine schöne Scheinwelt. Aber immerhin ein sehr körperliche. Den Sound dazu liefert mal an den Turntables, mal an der Gitarre oder am Klavier Philipp Rohmer. Auf der Bühne gibt es noch eine Polonaise mit Wolfsmasken, viel auf die Wände projizierte Livebilder und sogar einen echten PKW zu sehen.'' schreibt Stefan Bock am 12. Mai 2022 auf KULTURA-EXTRA
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