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Gute Absichten führen selten zu guten Ergebnissen
  · 09.05.22
''Schauspieler:innen vom RambaZamba Theater (einem Ensemble für Künstler:innen mit Behinderung) stehen mit Kolleginnen und Kollegen des Deutschen Theaters auf der Bühne. Es funktioniert leidlich, hakt aber auch immer mal wieder. Die Akteure vom DT (Elias Arens, Manuel Harder, Helmut Mooshammer, Natali Seelig, Katrin Wichmann) nehmen sich zurück, achten darauf, die beiden RambaZamba-Mitspieler:innen (Juliana Götze und Jonas Sippel) nicht bloßzustellen oder lächerlich zu machen.

Aber ehrlicherweise muss man auch sagen, dass die beiden behinderten Künstler:innen nur Staffage sind, wenig eigenen Text haben und keine Solo-Nummern (wie z. B. Helmut Mooshammer mit seiner überdrehten Adorno-Persiflage oder Katrin Wichmann als lüstern-lasziver Freigeist). Der theatralische Grund und der dramaturgische Mehrwert der Schauspiel-Kooperation will sich mir nicht erschließen. Ich finde es ein bisschen grenzwertig, Behinderten dabei zuzuschauen, wie sie - anders als die DT-Profis - manchmal ihren Text vergessen und quälende Sekunden nach den passenden Worten suchen, oder wie sie als Running Gag und wandelndes Werbeplakat mehrfach über die Bühne geschickt werden, um mit dem von Hesse & Haller geprägten Slogan "Nur für Verrückte" für das "Magische Theater" zu werben.

Wahrscheinlich soll das witzig und entlarvend sein, uns mit unseren Vorurteilen konfrontieren: Aber gute Absichten führen leider nur selten zu guten Ergebnissen.'' schreibt Frank Dietschreit auf rbbKultur
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