2.0/5
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Das neue Leben - Schauspielhaus Bochum
  · 07.05.22
''Wir sehen hier aber keine freche brechtsche Dante-Revue, ein Fragment des Augsburger Dichters, den die vom Theater nicht ganz unbeleckte Claudia Roth kurz auch in ihrer Rede erwähnte. Christopher Rüping lässt uns mit Dante und Friends ein wenig schmachten und über zwei gute Stunden auf den Pfaden der Entsagung wandeln. Ein recht steifes Unterfangen, dass auch nicht durch berühmte Popschmachtfetzen von heute wie etwa I Will Always Love You von Whitney Houston, Baby One More Time von Britney Spears oder I Would Do Anything for Love von Meat Loaf wirklich aufgelockert wird. Man kommt sich auf Dauer ein wenig wie beim diskursiven Trockenschwimmen vor. Das muss auch Regisseur Rüping aufgegangen sein, so dass er irgendwann einfach ein großes Leuchtpendel von der Decke schweben lässt und das Publikum mit Ambient-Sound und Lichtspielen weiter langweilt.

Das Beste kommt bekanntlich immer zum Schluss. Dann tritt die 76jährige Viviane De Muynck als gelalterte Beatrice auf und erklärt den vier verdutzten Dante-Playern recht trocken und abgeklärt, dass das ganze Leben ein Lauf zum Tode und sie nur die Fußnote in einem Buch, das nie jemand liest, sei. „Lebe mit dem was ist.“ ist da aber auch nur eine mäßig tröstende Auskunft über die Zukunft. Dafür wird für alle noch ein großer Trostschirm aufgespannt. Zumindest mit technischen Gimmicks geizt die Inszenierung am Ende nicht. Um auf die Frage nach dem Wohin zurückzukommen. Frei nach Dante: Lasset die Hoffnung noch nicht ganz fahren. Und frei nach Danger Dan, der sich auch noch beim THEATERTREFFEN die Ehre geben wird: „Ich hab 'ne gute Nachricht und 'ne schlechte auch“: Es geht noch weiter mit neun Inszenierungen. Da ist noch viel Luft nach oben.'' schreibt Stefan Bock am 7. Mai 2022 auf KULTURA-EXTRA
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