Kritik zuUpload
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Und ewig begleitet dich dein virtueller Vater
  · 23.04.22
''Die beiden Solisten und das Ensemble Musikfabrik (Orchesterleitung: Otto Tausk) agieren effektvoll vor verschiebbaren Videoscreens. Bariton Roderick Williams trägt einen unscheinbaren Motion Capture-Anzug und ist seitlich etwas abseits platziert. Seine Bewegungen werden gefilmt und live wie bei einem 3D-Avatar auf eine Leinwand übertragen (Motion Capture und Echtzeitgrafik: Darien Brito). Die Vorführung verwebt Film- und Bühnengeschehen miteinander. Zwischen den Begegnungen von Vater und Tochter beschreiben filmische Rückblenden quasi-dokumentarisch den Prozess des Uploading. Im Stile einer filmischen Dokumentation werden ein Institut und verschiedene andere Patienten vorgestellt. Ein CEO (Ashley Zukerman), eine Psychiaterin (Katja Herbers), eine Wissenschaftlerin (Esther Mugambi) und auch verschiedene Freunde des Vaters kommen in erhellenden, oft auch komischen Kurzinterviews zu Wort. Konkrete Raum- und Zeitperspektiven werden auch unbestimmt, wenn sphärische, animierte Bildlandschaften die Videoleinwände dominieren und es um diffuse Träume der zentralen Protagonisten geht.

Das zehnköpfige Ensemble Musikfabrik spielt dicht, leidenschaftlich, perkussiv und spannungsvoll. Dominante Tonfolgen wiederholen sich, es gibt Harmoniewechsel und feine Farbabstufungen. Die dramatische, aufgeregte und packende Instrumentierung kontrastiert mitunter mit dem leisen, zarten, sich wiederholenden, emotional nuancierten Gesang der amerikanischen Sopranistin Julia Bullock und des englischen Bariton Roderick Williams. Auch gesangliche und orchestrale Sphären werden mitunter technisch verstärkt oder gemixt, durch elektronische Verfremdungen und Zuspielungen. Ein effektvolles, musikalisch eindrückliches und kurzweiliges multimediales Musiktheater. Das gelungene zeitgenössische Stück setzt sich effektvoll mit Fragen möglicher technischer Innovationen auseinander.'' schreibt Ansgar Skoda am 23. April 2022 auf KULTURA-EXTRA
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