3.5/5
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Hitler & Stalin ließen kurz mal grüßen
  · 06.03.22
''Die wirre Handlung spielt zum einen auf dem Land, zum anderen am Hof einer entherzten und von einem bösen Magier domestizierten Königin, schlussendlich in der Hölle und dann nochmal auf dem Land. Homokis Ausstatter Paul Zoller (Bühne) und Klaus Bruns (Kostüme) taten alles das verschiedentlich verorten; am überzeugendsten geriet ihnen dabei der Mittelteil (= im Nachbarkönigreich), wo jüdische Flüchtlinge auf einem Passagierschiff das kapitalistisch-"kaltherzige" Amerika erreichen, und dort angelangt, wird zusätzlich im Golden-Twenty-Look sinnlos herumgetanzt (Choreografie: Otto Pichler). Die (allein vom Stück her) ziemlich dürftige Höllengrund-Szene wird - krampfhaft und völlig überflüssig - mit zwei chaplinesk agierenden Darstellern für das Kriegsverbrecherpaar Hitler & Stalin angereichert; haaah, haaah, haaah...

Gesanglich sieht es deutlich besser aus: Daniel Schmutzhard (der uns als sensationeller Alberich in Kent Naganos Rheingold mit Concerto Köln in unvergesslicher Erinnerung geblieben ist), war kongenial als Schwanda besetzt. Die Rolle bot ihm schöne, ausgiebige Möglichkeiten, seinen unverwechselbaren Bariton, den er an manchen Stellen mühelos bis in das Tenorale hochzutreiben in der Lage war, gewaltig als wie zärtlich zu gebrauchen; eine Freude und ein Hochgenuss, ihm dabei zuzuhören!! Auch die anderen hinterließen einen überwiegend respektablen Eindruck. Ainārs Rubiķis dirigierte, und man dachte, dass er wohl schon immer (oder öfter) Werke Weinbergers auf seinem Pult hat legen lassen; Chorsolisten & Orchester der Komischen Oper Berlin befanden sich in mehr als akzeptabler Form.'' schreibt Andre Sokolowski am 5. März 2022 auf KULTURA-EXTRA
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