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Zwischen Schmerz und skurrilem Humor
  · 05.02.22
Obwohl sich der Schmerz des Bürgerkriegs und das Gefühl der Entwurzelung beim Neuanfang in der Fremde durch die Kurzgeschichten ziehen, ist der Ton der Miniaturen oft eher komisch als tragisch. Einige Figuren aus dem Bändchen, das im Microtext Verlag erschienen ist, haben Hausregisseur Sebastian Nübling und sein Ensemble herausgegriffen. Nur selten sind die assoziativ aneinandergereihten Passagen klar im Nahen Osten verortet: Dies ist zum Beispiel bei einem „Syria, Syria“-Klageruf der Fall oder in einer vom Palästinenser Karim Daoud präzise gespielten Miniatur über das übergriffige Verhalten eines ebenso fiesen wie schönen Polizisten an einem Checkpoint zwischen Beirut und Damaskus auf dem Weg zu seinem Geliebten.

Charakteristisch für die Abbas-Texte ist, dass sie den Schrecken ins Skurrile kippen lässt: ein abgeschlagener Kopf auf einem Blumentopf kam als Leitmotiv mehrfach vor. Von den 75 Minuten bleibt der Eindruck einer Fingerübung, in der Video und Tanz eine zentrale Rolle spielen und in der das Gorki Theater die Texte einer noch recht unbekannten syrischen Autorin und Journalistin vorstellt, die einen ungewöhnlichen Blick auf die Themen Flucht und Vertreibung wählt.

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