3.0/5
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Stummes Stück
  · 17.01.22
''Das Ganze hat vermutlich den Sinn, dass ungehörte oder vergessene Musik von Frauen, selbst wenn man sie nicht hört, ja nicht aufhört zu existieren, sondern lediglich abwesend ist. Das mag eine konsequente Fortsetzung der Name her-Performance zu sein, es entwickelt sich im Folgenden aber nicht wirklich etwas Neues daraus. Nach ungefähr der Hälfte der Zeit, die Uhr läuft permanent, verlässt Anne Tismer das Zimmer durch eine Tapetentür und kriecht in einen kleineren Nebenraum, in dem ein Bett steht, und beginnt den Rest des Abends stoisch die Tapete abzuknibbeln und flächig von den Wänden zu reißen, während in den Übertiteln der Text der Geschichte einer Stunde läuft.

Die gesamte Performance besitzt auch eher einen installativen Charakter. Im Video des großen Raums ist dabei der eigentlich wesentlich interessantere Teil zu sehen, wenn man versucht, den Text über die Erkenntnis der Freiheit und den Drang zur Selbsterhaltung mit dem Videobild zu verbinden. Der Befreiungsakt, der sich mehr im Video als in der performativen Tätigkeit des Tapeteabreißens widerspiegelt, verweist nach draußen. Ein Akt, der sich hier nicht vollenden kann. Das Problem bleibt, dass bei aller Mühe diese Art von stiller Kunst kaum ohne nötigen Beipackzettel wirklich erfassbar ist.'' schreibt Stefan Bock am 16. Januar 2022 auf KULTURA-EXTRA
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