1.7/5
Bewertungen: 3
Rezensionen: 3
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3 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
kaufmann_um@t-online.de
  · 09.12.21
Ich hatte angenommen, daß man einen Klassiker wie Goldonis "Diener zweier Herren" nicht völlig zerstören kann. Deshalb kaufte ich die Karte für die Premiere. Leider war meine Annahme falsch. Mein Fehler war, daß ich den klein gedruckten Hinweis "nach Carlo Goldoni" übersah. Tatsächlich handelt es sich um eine "englische Bearbeitung" von Anto Romero Nunes.
Um es gleich zu sagen: Wer gern über kindische Kaka-Witze, Furzgeräusche und billigen Klamauk lacht, der ist in der Aufführung richtig. Und das ist noch untertrieben. Es ist der billigste Klamauk, den man sich vorstellen kann. Offenbar gehen die Stückemacher davon aus, daß heute niemand mehr gepflegte Satire und tiefsinnige Ironie versteht. Oder sie verstehen diese selbst nicht.
Dazu gibts trashige Kostüme, ein nichtssagendes - bzw. nicht vorhandenes - Bühnenbild und Darsteller, die das Publikum mit einer Art Kreischsprache foltern.
Es ist natürlich Unfug, ein Stück, das im Original in italienischer Sprache geschrieben wurde, in Deutschland von einer deutschen Truppe in englischer Sprache aufführen zu lassen. Aber diese "Bearbeitung" hat überhaupt nichts mit dem Original zu tun. Die englische Sprache soll nur verschleiern, daß der Text bemerkenswert flach ist.
Bemerkenswert flach ist auch das Programmheft. Es steht beispielsweise kein Wort über den ominösen Nunes darin, der die "Bearbeitung" verbrochen hat. Stattdessen nehmen "Zehn Versuche über Heimat zu sprechen" den größten Raum ein, die herzlich wenig mit dem Stück in Zusammenhang stehen.
Mir tun die Darsteller leid, die ihr Talent für einen derartigen Unfug verschwenden. Und mir tut jede Minute leid, die ich in diesem Machwerk verschwendet habe.
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MaaseStimme vollkommen zu. Bin vor dem Ende gegangen. Das schlechteste Theater, das ich in letzter Zeit gesehen habe, und ich gehe oft.
vor 8 Monat(e).AntwortenLink