Kritik zuFeinstoff
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Über die Geschichte der Seidenproduktion in der Niederlausitz
  · 05.12.21
''Nach der Pause zerfranst der Abend etwas im digitalen Videorauschen eines als Zwischenspiel gekennzeichneten Ausbruchs des Laki-Vulkans 1783 auf Island, dessen Aschewolken das klimatische Ende für die preußischen Maulbeerbäume in der Lausitz bedeuten. Um den durch Menschen verursachten Klimawandel geht es dann im dritten Kapitel, das in die DDR im Jahr 1983 führt. Die Stasi ist hier mit Spitzeln hinter den Mitgliedern der oppositionellen Cottbuser Umweltgruppe Morus Alba (nach dem Buch der Neuber benannt) her. Aus Verhören und Tonbandprotokollen der verhafteten Pauline Schmitz (Susann Thiede) erfährt das Publikum von der dunklen Seite der DDR-Diktatur. Das hat weniger mit Seide aber viel mit nach Mündigkeit strebenden Bürgern zu tun.

Dem abschließenden Exkurs in die vom Klimawandel veränderte Zukunft mag man Autor und Regisseur aber nicht mehr so recht folgen. Der etwas undurchsichtig werdende Text steckt im Nebel der Geschichte und fliegt über die Lausitz und Tesla City am Rande Berlins in ein von Schülern besuchtes Museum für Friedrich II. im Jahr 2154. Mit Taschenlampen suchen sie nach den Helden in den Lücken der Geschichte. Vom Rande ins Zentrum einer neuen Geschichte, wie der Text verheißt. Ob die Maulbeerbäume dann im feuchtwarmen Klima gedeihen, oder vom Wind, den die Kinder in Mikros pusten, über das versteppte Brandenburg verweht werden, bleibt das Rätsel dieses viel zu spielverliebten und leicht chaotischen Abends. Da wären weniger Einfälle sicher etwa mehr.'' schreibt Stefan Bock am 5. Dezember 2021 auf KULTURA-EXTRA
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