2.5/5
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Sängerisch hören lassen kann sich das Ganze
  · 15.11.21
''Clay Hilley als Siegfried war schon in der "Götterdämmerung" ein lustig tenoraler Haudrauf. Er findet zu größerer Freiheit, teilweise sogar naiver Idyllik. Als echter Jung-Siegfried: nicht der Hellste, aber der Dollste. Der taiwanesische Tenor Ya-Chung Huang singt den Mime mit der vielleicht größten Stimme, die ich in dieser Rolle je erlebte. Auch spielt er die Wagner-Karikatur fulminant. Ganz toll! Iain Paterson ist ein beängstigend guter Wanderer (schwer zu besetzen). Wer Wagner-Gesang in der heutigen, hochgerüsteten Schwermetall-Variante will, ist am rechten Ort. Der Star der Aufführung, Nina Stemme, hat nur gut 20 Minuten zu singen, ganz am Schluss. Da muss man gut eingesungen sein. Sie ist es ... beinahe. Nina Stemme verteidigt den Ruf als beste Wagner-Heroine ihrer Generation - noch so gerade. Vielleicht letztmalig. Ganz glücklich wirkte sie nicht. Hin, wer das noch erleben will.

Donald Runnicles dirigiert einen erstaunlich flüssigen, verflüssigten "Siegfried". Ich verstand zum ersten Mal, warum er wegen eines "Ring"-Dirigats in Berlin seinerzeit gewählt wurde. Er kann auch mal leise. Von mir aus sollte er das öfters versuchen. Seine konzeptuellen Schwächen – verbunden mit dem unseligen, abgedroschenen Koffebild – kann dieser "Ring" nicht abarbeiten. Es reicht, so würde ich sagen, einen Teil zu sehen - und dafür wäre der "Siegfried" nicht das schlechteste Objekt. Das hat sich Herheim gewiss anders vorgestellt. Sängerisch hören lassen kann sich das Ganze.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf  rbbKultur
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