Kritik zuKomplizen
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Knoblauch ist so gut wie zehn Mütter
  · 18.10.21
''Die Theaterleiter haben Simon Stone die besten Schauspieler deutscher Sprache zur Verfügung gestellt. Davon zehren auch die Komplizen. Mit dieser Besetzung könnte selbst bei einem weniger gefeierten Regisseur nicht viel schief gehen. Es ist immer ein Vergnügen, der vertrauten Schlaksigkeit von Michael Maertens zuzusehen und seinem Rest-Missingsch zuzuhören, oder Peter Simonischek zu bestaunen, wie er sich zum Elder Statesman des Burgtheaters entwickelt hat mit einem patriarchalischen Gestus, der in diametralem Gegensatz steht zur brüchigen „Unsicherheit“ eines Gert Voss, eines Ignaz Kirchner oder beispielsweise eines André Jung. Birgit Minichmayr muss sich, weil sie in ihrer Rolle ziemlich neurotisch zu sein hat, ständig die Haare aus der Stirn wischen oder die Fäuste gegen einander schlagen. Nicht unerwähnt bleiben darf der stets zuverlässige Roland Koch, der vielleicht nur mangels Manierismen weniger charismatisch wirkt. Wer auf Kleinigkeiten achtet, erkennt seine präzise Schauspielkunst.

Ein Teil von Simon Stones Erfolg dürfte darauf beruhen, dass man hierzulande Robert Lepage kaum kennt. Von dem Kanadier hat der Australo-Schweizer einiges abgeschaut, mit dem Unterschied freilich, dass Lepage mehr und Originelleres zu sagen hat. Macht nichts. Publikum und Kritik jubeln. Wir werden Simon Stone nicht so bald aus den Augen verlieren. Es gibt noch zu viele Theaterstücke, die darauf warten, von ihm verbessert – pardon: überschrieben zu werden.'' schreibt Thomas Rothschild am 18. Oktober 2021 auf KULTURA-EXTRA
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