Kritik zuDer Bockerer
4.0/5
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Ein Wiener Schwejk
  · 17.10.21
''Das Bühnenbild von Sophie Lux arbeitet geschickt mit einer Kombination von sparsamen Requisiten und Räumen mit Projektionen, die die historische Situation beschwört. Die Technik ist funktional und erschlägt nicht das Bühnengeschehen. Altmodisch? Mag sein. Aber das Stück kann auch nicht gerade als Avantgarde gelten.

Den unheldischen Helden spielt, sozial wie geographisch sehr genau, der Publikumsliebling Johannes Krisch, der eigentlich dem Burgtheaterensemble angehört, aber gerne in der Josefstadt gastiert. Auch Ulrich Reinthaller, der sowohl den zur Flucht gezwungenen Juden Dr. Rosenblatt, wie auch den Gestapo-Mann Dr. von Lamm verkörpert, wechselt zwischen Burg und Josefstadt.

Am glücklichen Ende: Standing Ovations. Der antifaschistische Konsens hat das Theater in der Josefstadt erfasst. Wovor sind Becher und Preses eigentlich geflohen? Wimmelte es nicht von Bockerers, die sie versteckt hätten? Irgendetwas geht da nicht zusammen. Wer sich nicht in die Tasche lügen will, muss eingestehen: Der Bockerer ist, aus heutiger Sicht, eine rückwärtsgewandte Utopie.'' schreibt Thomas Rothschild am 17. Oktober 2021 auf KULTURA-EXTRA
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