4.0/5
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Ein Fest für Bibiana Beglau
  · 12.10.21
''Kušej erfindet das Stück nicht neu. Diese Inszenierung ist die hartnäckige Behauptung des „traditionellen“ Theaters gegen Performance, Stückentwicklung und Überschreibung, die schlagende Rechtfertigung des virtuosen Rollenspiels. Lediglich Nora Buzalka als Honey bleibt neben Johannes Zirner als Nick blass. Man könnte annehmen, dass das an der Rolle liegt, wäre da nicht die Erinnerung an Andrea Clausen, die sie einst in der Regie von Hans Neuenfels urkomisch neben Elisabeth Trissenaar, Klaus Maria Brandauer und Markus Boysen verkörpert hat. Zwischen Neuenfels und Kušej haben, in der Regie von Jan Bosse, Christiane von Poelnitz, Joachim Meyerhoff, Katharina Lorenz und Markus Meyer am Burgtheater nach der Angst vor dem großen, bösen Wolf – pardon: vor Virginia Woolf – gefragt.

Martin Kušej inszeniert nicht so sehr das Ehedrama wie Marthas Tragödie. Er ist näher an Eugene O'Neill, an Eines langen Tages Reise in die Nacht, als an Strindberg oder auch an Ingmar Bergman. Und gibt vielleicht damit eine Antwort auf die Frage, warum Albees Drama häufiger aufgeführt wird als die kurzlebigen, aber eindimensionalen Nachfahren.'' schreibt Thomas Rothschild am 12. Oktober 2021 auf KULTURA-EXTRA
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