3.3/5
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Früh verschossenes Pulver
  · 04.10.21
''Allan Clayton ist ein tonstarker, etwas flacher Jim Mahoney. Nadine Weissmann als Witwe Begbick hält die Mitte zwischen Lotti Huber und Lady Bunny: big hair im kessen Hängerchen. Jenny ist mit Nadja Mchantaf nicht schlecht, allerdings recht opernhaft besetzt. Seinen Darsteller:innen schlicht zu vertrauen – wie in der "Dreigroschenoper" –, geht hier aber nicht. Dem Text folgt man mit Mühe – und starrt gebannt auf die Originaltexte von Brecht, die im Vordersitz als Übertitel zum Teil mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen als das Geschehen auf der Bühne.

Man muss mit der Stadt mitfiebern, um ihren Untergang zu bedauern. Dem trägt das Orchester der Komischen Oper, ich muss sagen: kongenial Rechnung. Auch GMD Ainārs Rubiķis macht diesmal einen soliden Job (von Koordinationslücken mit dem Chor abgesehen). Da man sein Pulver allerdings frühzeitig verschießt, zieht sich der Abend doch. Das einzig starke Bild kommt fast zu spät: der Gott, der in Gestalt eines Go-Kart fahrenden Äffchens, vielleicht auch einer Kuh, den Untergang besiegelt. Ansonsten verzichtbar. Mein Einkaufstipp: Besser am BE anstehen, auch wenn’s länger dauert.'' schreibt Kai Luehrs-Kaiser auf rbbKultur
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