2.5/5
Bewertungen: 2
Rezensionen: 2
Alle Kritiken ansehen.
3 von 3 Personen fanden die Kritik hilfreich
Lauer Aufguss mit nackten Frauen und Ekeltheater
  · 23.09.21
Der Hype um ein Stück verführt Künstler*innen oft dazu, eine erfolgreiche Idee zur Marke auszubauen: im besten Fall werden sie Kult, im schlechteren Fall zur Masche, die sich nach ein paar Wiederholungen totläuft. Welchen Verlauf die Karriere von Florentina Holzinger nehmen wird, ist noch ungewiss. Aber „A Divine Comedy" ist leider nur ein lauer Aufguss von „Tanz“.

Nach einer überlangen Parodie auf Hypnose-Shows zum Einstieg bietet Holzinger in einer ebenso bunten wie wenig stringenten Revue alles auf, wofür ihre Performances stehen: nackte Frauen, die über Hürden sprinten oder kopfüber von der Decke baumeln, viel Ekel-Theater mit Großaufnahmen sezierter Ratten, dazu eine Prise Happening und Fluxus-Action-Painting und schließlich noch mehr furzende und kackende nackten Frauen.

Zu oft hängen diese zwei Stunden durch, zu wenig hat die Performance mit dem Dante-Meisterwerk „La Divina Commedia“ zu tun.

Immerhin darf sich Florentina Holzinger glücklich schätzen, dass ihre Idee, den Performerinnen Skelette auf den Rücken zu schnallen, dem Intendanten René Pollesch und seinem Team so gut gefiel, dass sie sie gleich für ihre Eröffnungspremiere abkupferten und Martin Wuttke dort ebenfalls mit einem Skelett auftrat.

Weiterlesen
War die Kritik hilfreich?