Kritik zuDas Opferfest
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Kein Opferfest ohne Opfer
  · 22.09.21
''Nicht nur bei den eigenen Kindern bemängelt er fehlende Reife und Naivität. Auch gegenüber dem Verlobten seiner Tochter Rania, den sie als Veganer vorstellt, verhält sich Rashid instinktiv abweisend: „Dieser Kerl ist nicht aus unserer Kultur. Dann geh doch nach Veganistan.“. Da kann der potenzielle Schwiegersohn noch so oft den hochfliegenden Titel seiner geplanten Dissertation nennen: „Somatisierung in der Diaspora bei Menschen mit Migrationshintergrund“. Derartige Feinheiten spielen keine Rolle. Es wird gestritten bis die Fetzen und auch Kugeln fliegen. Eine Puppe mit verweinten Riesenkopf spricht als Enkelbaby Mohamad Koranverse. Es mahnt, dass wir verblendet und abgelenkt seien und erklärt, dass der Glaube wertvoller als das Leben sei. Mohamad verkündet wie altersmilde: „Gott schuf euch und ihr schuft Kunststoff.“ Figuren witzeln auch mal selbstironisch über Quotenmigranten, Freizeitmuslime, den sozialen Status, kulturelle Hintergründe und transkulturelles Theater. Auch wenn Falafeln, Shawarmas und Döner in der Keupstraße halal (also: erlaubt) sein mögen, wird bei diesem neurosenreichen Fest unter freiem Himmel dem Publikum grundsätzlich viel Opferbereitschaft abverlangt. Denn Ausrufe wie „Es ist so geil auf Arabisch zu ficken“ oder „Bin ich nicht mehr Manns genug“ lassen auf eine wenig geistreiche Soap Opera mit sozialpädagogischem Bildungsauftrag für Islamkunde schließen. Einen Pluspunkt gibt es dennoch, da der Programmflyer auf Samenpapier zum Einpflanzen gedruckt wurde. Möge neues Grün die Opfer befrieden.'' schreibt Ansgar Skoda an 22. September 2021 auf KULTURA-EXTRA
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