4.0/5
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„Ich kann dich nicht greifen“
  · 22.09.21
''Emanuel Tandlers Stück arbeitet mit Stummfilmsequenzen, die teils nachgestellt werden. Die Figur der Kate Winslet meldet sich über Telefon- und Bildprojektion zu Wort. Sie erklärt, dass sie nicht mehr mit Leonardo di Caprio als Titanic-Filmtraumpaar gehandelt werden möchte. Immerhin hätten sie doch beide mit Revolutionary Road (2009) einen Film gemacht, in dem die Schattenseiten und das Scheitern einer Ehe dargestellt würden. Sie sei sogar bei einer Schwangerschaft fast gestorben. Auch Einblendungen der Vornamen legendärer Liebespaare zeigen das künstlich Inszenierte möglicher Inbegriffe romantischer Paare auf. So wird „Ingeborg + Paul“ für Ingeborg Bachmann und Paul Celan eingeblendet. Gleichzeitig könnte es auch heißen „Ingeborg + Max“ für Max Frisch, mit dem Bachmann eine jahrelange und letztlich traumatische Liebesverbindung pflegte. Oder es wird „Virginia + Leonard“ projiziert für Virginia und Leonard Woolf. Gleichzeitig könnte es heißen „Vita + Virginia“ für Vita Sackeville-West, mit der Virginia bekanntlich eine leidenschaftliche Liaison verband. Witzig wird es, wenn dann bei Zeus neben Hera aber auch bei Madonna neben Guy tatsächlich gleich fünf andere Partnernamen auftauchen.

Ein unterhaltsamer und kurzweiliger Abend über die Sehnsucht, das Prickeln und die Eifersucht zwischen Liebenden, momenthaft garniert übrigens mit Klängen von Paolo Contes „Sparring Partner“, wohl ein Tribut an François Ozons großartigen Liebesfilm 5x2 über verschiedene Stadien einer Liebesbeziehung, indem der Song auch den Soundrack bereichert.'' schreibt Ansgar Skoda am 21. September 2021 auf KULTURA-EXTRA
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