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Die Stalkerin
  · 21.09.21
''Die argentinische Sopranistin Mercedes Gancedo (als Elle) hat eine derart suggestive Ausstrahlung, dass ich versucht war sie mir zwingend als Straussens Elektra oder (wenigstens) Chrysothemis kurz vorzustellen, und obgleich die stimmliche, gesangsdarstellerische Anforderung ihrer Elle-Partie weit anspruchsvoller wiegt als die der beiden Strauss-Rollen zusammen; aber das war lediglich als Beispiel zu Vergleichszwecken gedacht. Sie hat ein rundes, warmes und abrupt aus sich 'raus explodierbares und dennoch "lineares" Timbre, was im Umkehrschluss bedeutet, dass sie gottlob keinerlei Vibrati und schon gar nicht an den falschen Stellen singt.

Phänomenal auch das - dirigentenlose (!!!) - c/o chamber orchestra mit seinen mehr als 30 international zusammengewürfelten jungen Musikerinnen und Musikern; eine Extra-Entdeckung dieser hochgrandiosen Aufführung! Und mit sehr wenigen szenischen Mitteln (weißes Sofa, weißer Stuhl und weißer Sessel zwischen den zwei sich gegenüber sitzenden Orchestermitgliedern sowie einem an die Wand gebeamten Libretto mit divers gestalteter Typografie) gelingt es Regisseur Manfred Schweigkofler und dem Culiner Creative Circle (Video, Licht & Ton), La voix humaine geistig und psychologisch auf den Punkt zu bringen; Claire Greidanus kreierte übrigens das schöne Elle-Kleid. Geistig anregendes und emotional aufwühlendes Konzertereignis!!'' schreibt Andre Sokolowski am 20. September 2021 auf KULTURA-EXTRA
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