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Für eine Bühnenhandlung hat sich Pollesch nie interessiert
  · 17.09.21
''Pollesch hat sich noch nie für eine Bühnenhandlung oder die Entwicklung von Theaterfiguren interessiert, ihm sind Charaktere schnuppe, das Repräsentationstheater kann ihm gestohlen bleiben, niemand muss bei ihm eine logische und kohärente emotionale Darstellung zeigen. Er schreibt Texte, um kulturelle und politische Theorien besser verstehen zu können, collagiert Zitate über Kolonialismus und Kapitalismus, Mode, Macht und Mafia. Auch jetzt gibt es keine festgezurrten Figuren, keine ausformulierten Dialoge, sondern nur witzig-konfus verknäulte Textbausteine zur Theorie und Praxis des Theaters unter besonderer Berücksichtigung der Rolle des Vorhangs, die den Schauspieler*innen zum Fraß und zur freien Improvisation vorgeworfen werden. (...)

Das Premieren-Publikum freute sich über die wiedergewonnene anarchische Theater-Volksbühnen-Freiheit mit einem intelligent-verrückten und überkandidelt-sinnfreien Text, der Raum für Fantasie lässt und die Darsteller*innen animiert, sich um Kopf und Kragen zu spielen. Eine nostalgische und frivole Mischung aus "Rolle rückwärts" und "Alles auf Anfang": Wohin die Reise geht, ist noch längst nicht ausgemacht.'' schreibt Frank Dietschreit auf rbbKultur
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