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Gewalt-Panorama mit Dudelfunk-Trigger
  · 05.09.21
Der Overkill an Gewalterfahrungen mündet darin, dass die erwachsene Frau, die sich an ihre Kindheit erinnert, feststellen muss, dass sie den Missbrauch durch den Großvater verdrängt hat. Regisseurin Claudia Bossard lässt dazu die Bühne von Daniel Wollenzin zur voll aufgedrehten Musik von Annalena Fröhlich erzittern. Das große Panorama an Weltschmerz und Brutalität in Lasker-Berlins Text wirkt allerdings zu dick aufgetragen, als dass es berühren könnte. Eine Trigger-Warnung ist außerdem notwendig, da das Publikum mit „Last Christmas“ dem furchtbarsten Weihnachts-Dudel-Funk-Dauerbrenner aller Zeiten, malträtiert wird.

Zum Auftakt von Ulrich Khuons letzter Spielzeit fehlt bei den Autorentheatertagen, einem Herzensprojekt des Intendanten, in der 2021er Auswahl ein großer Wurf, der auch zum Nachspielen einlädt.

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