Kritik zuMephisto
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Karrierist und Clown der Mächtigen
  · 29.08.21
''Jakob Schmidt hat einen starken Auftritt, wenn er als NS-Kulturmäzen machtvoll auf Wunsch seiner Frau (Wassilissa List) Höfgen protegiert und ihn gleichzeitig auch in seine Grenzen weist. Sein Gesicht bleibt furchteinflößend gefasst und gespenstisch ausdruckslos, wenn er an Höfgen herantritt, bewusst übergriffig mit behandschuhter Hand an dessen Oberkörper entlangfährt und ihm für seine treffsichere Darstellung des Mephistopheles dankt. Wassilissa List agiert köstlich als Gattin dieses Ministerpräsidenten von Preußen mit eleganter Garderobe, eingefrorenem Lächeln, gekünsteltem Lachen und konstant in dümmlicher Sekttrinklaune. Höfgen wird den NS-Kulturminister um Hilfe für eingesperrte und gefährdete Kollegen bitten. Der NS-Mann wird Höfgen beschimpfen, ihn als „Schwuchtel“ diffamieren und unter Druck setzen. Aus der privilegierten und trotzdem unsicheren Position Höfgens schöpft die Vorführung ihre Kraft. Leider bleiben andere Figuren, wie etwa die von Otto Ulrichs und Juliette recht farblos. Insgesamt jedoch eine spannende und lebendige Inszenierung, die auch durch gekonnte gesangliche Einlagen von Lennart Preining oder Johanna Asch überrascht.'' schreibt Ansgar Skoda am 29. August 2021 auf KULTURA-EXTRA
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