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Opulentes Spektakel in Industrie-Denkmal
  · 21.08.21
Aus dem Mammutwerk von Karl Kraus wählte Manker 75 der 220 Szenen aus, die am Tag der Ermordung des habsburgischen Thronfolgers einsetzen, als Mitteleuropa besinnungslos im Sommer 1914 in den Ersten Weltkrieg taumelte. Stark ist dieser Marathon immer dann, wenn Manker Gruppenszenen choreographiert, den Wagen durch die gesamte Halle fahren, die Statist*innen aufmarschieren lässt und Wimmelbilder erzeugt. So entstehen oft atmosphärisch dichte, eindrucksvolle Szenen. Aber zu oft gibt es in diesen langen Stunden auch kleinere Nummern, die als Soli zu breit ausgewalzt sind und von den gewaltigen Ausmaßen der Halle verschluckt werden.

Wenn Manker sein opulentes Spektakel um eine oder anderthalb Stunden kürzen würde, ginge es immer noch bis nach Mitternacht. Die mit Fackeln erleuchtete Untergangsstimmung des Jahres 1918 würde auch dann in der nächtlichen Fabrik-Ruine noch voll zur Geltung kommen, einiger Leerlauf dazwischen bliebe dem Publikum aber erspart.

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