2.8/5
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Sangesschmelz und Operettenflitter
  · 16.08.21
''Zuweilen wähnt man sich allerdings in einer One-Man-Show. Der BE-Schauspieler dominiert selbst später an die Kette gelegt noch klar den Abend. Was nicht heißen soll, der Rest des Ensembles wäre nur Kostümstaffage. Auch Cynthia Micas als Polly (Die Seeräuber-Jenny) oder Bettina Hoppe als Spelunken-Jenny (Salomonsong) haben ihre großen Auftritte. Etwas ulkig kommt das Bettlerkönigpaar Peachem mit Constanze Becker und Tilo Nest daher, bis auch da die Peitsche knallt. Insgesamt könnte man sich das aber schon noch etwas dreckiger vorstellen. Selbst der Kanonensong, der ja immer wie ein Trigger für verschlafenes Publikum wirkt, verpufft hier zum beschwingten Herrenduett. Zwei alte Buddies im Clinch, wobei der Tiger Brown hier mit Kathrin Wehlisch gender-geswitcht ist, aber immer etwas zu melancholisch daher kommt.

Dafür gibt es mal wieder echten Zickenkrieg zwischen Cynthia Micas‘ Polly und Laura Balzer als Kontrahentin Lucy, die bei Kosky auch ihre einst gestrichene Arie zurückbekommt. Viel mehr ist nicht zu berichten, außer dass die in die Jahre gekommene Wilson-Inszenierung mit ein paar schönen Schattenspielen noch eine kleine Reminiszenz erhält und der Mond über Soho gedoubelt wird. Ansonsten mehr Licht, schöne Show und wenig Schatten, denn wie es Josefin Platt in Brechts Moritat von Meckie Messer am Ende besingt, sind eben nur die im Lichte wirklich zu sehen.'' schreibt Stefan Bock am 15. August 2021 auf KULTURA-EXTRA
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