Kritik zuSarah
3.5/5
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Solo mit geringem theatralischem Potenzial
  · 15.08.21
Mitten hinein wirft sich Schulze in die Lebensbeichte dieser Figur, die semiautobiografische Züge des Autors McClanahan trägt: auch der Protagonist heißt Scott und verarbeitet die Trennung von seiner Ex-Frau Sarah. Diese Sarah erleben wir zwar nicht auf der Bühne und wir erfahren auch sonst wenig über sie, aber nach den 100 Minuten habe ich vollstes Verständnis für die Frau. Diesen larmoyanten, Alkohol und Porno-süchtigen Loser, der chronisch eifersüchtig ist, konnte sie nicht länger ertragen, die Trennung war konsequent.

Eine sehr undankbare Aufgabe ist es für Marc Oliver Schulze, diese unsympathische und mindestens ebenso uninteressante Pappnase aus der Provinz tief im Mittleren Westen der USA auf die Bühne zu zu bringen. Er holt das Beste aus Figur und Text heraus. Aber es ist bezeichnend, dass die facettenreichste Figur mit den besten Szenen des Abends der todkranke Hund ist, der eingeschläfert werden muss. Sie bietet das erhoffte Schauspieler-Futter für Schulze und erholsame Abwechslung von Scotts Selbstbespiegelung.

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