2.8/5
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Star-Regisseur mit angezogener Handbremse
  · 14.08.21
Sobald Barrie Kosky die Bühne mit seinem Team betrat, mischten sich unter den Applaus für Orchester und Ensemble deutliche Buhs. Waren das alles nur enttäuschte Traditionalisten, wie erste Stimmen vermuteten? Es lag vermutlich auch daran, dass Kosky diesmal alles vermissen ließ, was seine Inszenierungen an der Komischen Oper auszeichnet. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich eine Kosky-Inszenierung jemals so matt fand. Mit angezogener Handbremse arbeitet er sich durch den Abend.

Besonders deutlich zeigt sich dies in den Nebenrollen: Kosky bringt normalerweise gerade die Statisten und Tänzer zum Funkeln, erst sie machen seine Abende zu dem großen Spektakel. Auch diesmal führt der Abendzettel eine Reihe von Namen auf, darunter beispielsweise Denis Riffel, der als „Siegfried“ in der „Drachenherz“-Produktion von UdK und Neuköllner Oper sein Talent zeigte. Sie haben aber nur kurze, blasse Auftritte.

Kosky ist auch dafür bekannt, den queeren Aspekt in seinen Inszenierungen zu betonen, bis auf eine Cross-Gender-Besetzung von Kathrin Wehlisch als korrupter Polizeichef Tiger-Brown und den Lidschatten und Kajal-Strich von Nico Holonics, der als Mackie Messer vor allem auf der Zielgeraden in Gefahr gerät, die „Dreigroschenoper“ zur Solo-Show zu machen, ist davon wenig zu spüren und zu sehen.

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