Kritik zuStill Life
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Großer Krisenbogen
  · 31.07.21
Den großen Krisenbogen schlägt Górnicka in ihrem Libretto, das sie wie üblich live aus dem Publikums-Saal des Gorki Theaters dirigiert. Vom Kolonialismus zur Digitalisierung, von den Auschwitz-Überlebenden, die als Puppen zu Wort kommen, bis zu den Tieren, die vom Aussterben bedroht, als Nutztiere missbraucht oder im Naturkundemuseum ausgestopft werden, lässt sie kaum ein Thema aus, an dem sie ihre Kritik an Kapitalismus, Ausbeutung und Patriarchat festmachen kann.

Leitmotivisch wird der griechische Gott Dionysos immer wieder zitiert, dem sich auch Christopher Rüping in seinem – wie es der Zufall der Spielzeit-Planung manchmal will – im Frankfurter Mousonturm-Sommerbau wiederaufgenommenen „Dionysos Stadt“ – Marathon widmet. Letztlich steht die Fülle der Themen jedoch zu unvermittelt nebeneinander. Im Staccato und oft in roboterhaftem Loop brüllen die Performerinnen und Performer dem Publikum die bekannten Krisen-Symptome entgegen.

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