Kritik zuLeuchtfeuer
3.0/5
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Familiengeheimnisse, Folge 486
  · 26.07.21
''Leuchtfeuer folgt den Regeln des analytischen Dramas. Ein Geheimnis liegt in der Vergangenheit und wird nach und nach aufgedeckt. Aber dieses Geheimnis wirkt, im Vergleich zu den Vorbildern bei Ibsen und den Begabteren unter seinen Epigonen, kleinkariert, nur mäßig aufregend. Offenbar war der Regisseurin Sophia Bodamer bei so viel „echtem Leben“ nicht ganz wohl. Sie hat sich für eine gemäßigte Stilisierung entschieden. Bei Bonnie allerdings bedient sie alle Klischees von der exaltierten Amerikanerin, und die nervt mit ihren Übertreibungen, statt das Nervige auszustellen. Jede Geste gerät zu heftig, jeder Aufschrei zu schrill.

Die Szenen enden jeweils mit einem Blackout. Die Darsteller verlassen das Podium im Arbeitslicht. Die pausierenden Schauspieler verharren außerhalb des in einem Wasserbecken verankerten Gerüsts (Bühne: Oliver Helf), das den Raum des Kammertheaters füllt. Gerne schaut und hört man Christiane Roßbach zu. Sie bestätigt sich als eins der interessantesten und wandlungsfähigsten Mitglieder des Stuttgarter Ensembles, sie verzichtet, anders als Anne-Marie Lux, auf jede Übertreibung und lässt die Grenzen zwischen psychologischer Genauigkeit und Komik verschwimmen.'' schreibt Thomas Rothschild am 24. Juli 2021 auf KULTURA-EXTRA
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