Kritik zuMalen
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Ricardo Curaqueo Curiche
  · 04.07.21
''Hier tritt ein ausschließlich aus Frauen bestehendes Ensemble der Mapuche aus Chile mit dem Programm Malen auf. Flankiert und musikalisch begleitet von zwei älteren Frauen in Tracht, faszinieren sie mit einer Choreographie von Ricardo Curaqueo Curiche, die auch auf jedem Tanzfestival ihren Platz hätte. Es beginnt mit einer langsamen Bewegung der ganzen Gruppe über den Platz: Die Füße werden im Schreiten abwechselnd leicht angehoben, die Köpfe zur Seite geneigt. Nach und nach wird die Gegenüberstellung von Einzelnen und Kollektiv variiert. Elementare Gefühlsäußerungen werden in Tanz übersetzt, Furcht und Freude, Konkurrenz und Verzweiflung, durch Schreie verstärkt. Das wirkt archaisch und erinnert zugleich an Tanzfiguren, die man auch aus anderen, ja selbst aus europäischen wie den Balkan-Kulturen kennt. Wenige eingesprochene Worte bezeugen den Stolz eines indigenen Volkes, das es nicht leicht hat, seine Traditionen zu bewahren.

Man sollte sich freilich nicht täuschen lassen. Wenn die Frauen auf dem Boden hocken und mit Perkussion und Gesang zwei Tänzerinnen umrahmen, mag das „ursprünglich“ wirken, und auf der Erforschung der Überlieferung beruht es wohl auch. Aber was man da am vorletzten Tag des THEATERS DER WELT als einen Höhepunkt zu sehen bekam, ist nicht naiv. Von hier zu Ravels Bolero als Ballett, beispielsweise, ist es nur ein Schritt. Der Tanz hat, anders als das Theater, keine Sprachprobleme. Ist das der Grund, dass die Programmierer von THEATER DER WELT ihn so sehr lieben?'' schreibt Thomas Rothschild am 4. Juli 2021 auf KULTURA-EXTRA
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