2.0/5
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Marthaler- und Haraway-Hommage
  · 19.06.21
Auch Sandra Hüller als Schmetterlings-Hybrid Camille kann diesen 75 Minuten kurzen Abend nicht zum Strahlen bringen. Zu beliebig wirkt die Inszenierung. Vor ihren langen Haraway-Soli-Passagen, die auch mit Pollesch-artigen Wortgefechten garniert sind, verliert sich die Performance in Klavier-Slapstick und Tonband-Nostalgie, die tatsächlich stark an Christoph Marthalers Stil erinnern.

Zustimmung auch zu einem anderen Punkt: Zu wimmelbild-artig und hektisch wirkt die Kamera-Führung im Live-Stream, so dass vieles von dem Geschehen auf Michael Graessners Bühne untergeht, das bei den analogen Aufführungen im Theater hoffentlich besser zur Geltung kommt. Neben Sandra Hüllers Monologen ist in diesem avantgardistischen Experiment Christoph Müllers zart gesungene The Foreigners-Hymne „I want to know what love is“ einer der Lichtblicke, er wechselte vor kurzem vom Schauspiel Hannover ins Leipziger Ensemble.

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