Kritik zuBachmann
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Doch nur ein „Fräuleinwunder“?
  · 13.06.21
''Bachmann wehrte sich zeitlebens gegen Vereinnahmungen und Darstellungen ihrer Person etwa in Romanen und Erzählungen Max Frischs. Insbesondere in ihrem Spätwerk, dem Todesarten-Zyklus, verarbeitete sie gescheiterte Liebeserfahrungen und psychische Lebenskrisen künstlerisch. Auch nach ihrem Tod gilt die Darstellung der Autorin Bachmann, etwa in Werner Schroeters vielfach preisgekrönte Verfilmung ihres Romans Malina (1991), seitens der Literaturkritik mindestens als umstritten. So dürfte eine allzu flache theatrale Darstellung der Autorin auf Kritik stoßen.

Schräg wird es im moving theatre insbesondere, wenn die Person und der Mythos Bachmann mit Zuschreibungen ausgeschmückt werden, mit denen sie selbst die von ihr bewunderte Opernsängerin Maria Callas in Porträts beschrieb. Stärken der Vorführung sind hingegen choreografische Einsprengsel, wenn Döing mit ihren männlichen Co-Stars tanzt oder auf ein improvisiertes Podest gehoben wird. Gegen Ende tragen dann auch die männlichen Darsteller High Heels und sind grell geschminkt. Doch Bachmann-Darstellerin Döing treibt ihre Co-Stars mit einer klingenden Schelle zum Faustkampf an. Warum das so ist, erschließt sich nicht. Sind vormalige Weiblichkeitsvorstellungen heute überkommen? Was hat sich seit der Zeit Bachmanns geändert? Antworten gibt die Produktion keine. Wird ein Tag kommen, an dem offene Fragen geklärt werden? Oder vertragen sich Theaterdarstellungen mit dem hohen Ton der Bachmann und ihrer Suche nach einer neuen Sprache einfach nicht? Heute zumindest lieb die Deutung der Bachmann in dieser Produktion doch eher auf dem wenig befriedenden Niveau einer Betroffenenliteratur.'' schreibt Ansgar Skoda am 13. Juni 2021 auf KULTURA-EXTRA
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