2.0/5
Bewertungen: 2
Rezensionen: 2
Alle Kritiken ansehen.
0 von 0 Personen fanden die Kritik hilfreich
Minimalistische Umsetzung eines besorgten Wutbürger-Monologs
  · 08.05.21
Wie schon Zita Gustav Wende in „Liebe. Eine argumentative Übung“ arbeitet auch Stiepani in diesem zweiten Teil der Doppelpremiere zur Eröffnung der mit „Neuen Welthütte“, eine Spielstätte für kleinere Formate im Foyer des Bochumer Schauspielhauses, mit Voice-over. Auf den ersten Blick wirkt Bernd Rademacher ganz ausgeglichen und gemütlich, wie er in seiner Küche steht und die Zutaten für das Abendessen schnippelt. Geschäftig geht er seinen Routinen nach, während vom Band sein Monolog einsetzt, in dem er über sich und seine Stellung in der Gesellschaft nachdenkt. Vorsichtig tastet er sich an die Themen heran, zurückhaltend, fast entschuldigend sind Wortwahl und Tonfall.

Je länger die 45 Minuten dauern, desto klarer wird, wie gekränkt sich der Wutbürger fühlt. Er setzt getreu Sibylle Bergs Stück-Vorlage zu einem Rundumschlag mit homophoben, rassistischen, misogynen Tiraden an, schlüpft unter das Bärenfell-Kostüm des QAnon-Aktivisten vom Sturm auf das Kapitol, der die Welt Anfang Januar in Atem hielt.

Weiterlesen
War die Kritik hilfreich?