Kritik zuDer Sandmann
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Wahnsinniger Computernerd erliegt digitalem Mindfuck
  · 16.04.21
''Von einigen Handlungsträgern und -strängen der Geschichte befreit kommt Nerlichs Sandmann innerhalb der ca. 80 Minuten relativ schnell zum Punkt. Ein vor der Wohnungstür liegendes Paket enthält eine Tastkonsole, mit der Nathanael einen Testlauf mit dem von Professor Spalanzani (Peter Reisser) im Video vorgestellten Prototyp Olympia beginnt. Er kommuniziert mit dem geschaffenen Computer-Avatar, was bis zu kleinen die Screens übergreifenden Tänzchen führt. Im Glitzeroverall vor galaktischem Hintergrund präsentiert sich nun Theresa Weihmayr als Computerliebe und programmierter Gefühls-Avatar. Dass das trotz schön designter Oberfläche nur ein einsamer Mindfuck ist, geht dem verzweifelten Nathanael schließlich auf. Ob das nun eine Fortschritts-Kritik, Kritik an der Krake Netz oder auch computergestützter Überwachung ist, kann man selbst für sich entscheiden.

Der verrückte Nerd verlässt nun Setting und Kulissen. Verwundert steht er auf der Bühne vor leeren Rängen, ein Bild, das prägend für die momentane, doch etwas schizophrene Situation der Theater ist. Was ist Spiel, was Wirklichkeit? Auch das eine doch recht ausgelutschte Selbstbespiegelung des Betriebs. Was unseren Hoffmann-Protagonisten nicht davon abhält, Hand an sich zu legen (wie im Roman). Als Moral von der Geschicht könnte man nun u.a. mitnehmen, dass allzu häufiger Computergebrauch nicht nur die Realität verrückt, sondern auch die Gehirnzellen dauerhaft löscht.'' schreinbt Stefan Bock am 16. April 2021 auf KULTURA-EXTRA
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