Kritik zuMedeamaterial
2.0/5
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Sperrig-experimenteller Essayfilm
  · 26.02.21
Schon Heiner Müllers Text ist kein traditionelles, leicht konsumierbares Theaterstück, sondern eine sperrige, postdramatische Textcollage. Kuttner/Kühnel drehen die Schraube noch eine Umdrehung weiter und machen aus der Müller-Vorlage einen 40-minütigen filmischen Essay: der Meister selbst, das kettenrauchende Orakel aus Lichtenberg, ist vom Band zu hören; Filmschnipsel von Ulrike Meinhof oder Pier Pasolini werden aus dem Archiv eingestreut; unterlegt vom Klangteppich von Lila-Zoé Krauß und Helena Ratka flüstern und raunen die drei Spielerinnen Elif Esmen, Natalie Hünig und Christina Jung die archaischen Textbrocken und ihre Assoziationen.

Sehr düster und sperrig ist dieser Festival-Auftakt. Überraschend fehlt die (selbst)-ironische Leichtigkeit und das Poppig-Revuehafte, das üblicherweise Regie-Arbeiten von Kuttner/Kühnel auszeichnet, die regelmäßig in den Kammerspielen des Deutschen Theaters Berlin inszenieren. Üblicherweise lässt es sich Kuttner nicht nehmen, als Conférencier die Handlung zu kommentieren und ins Spiel einzugreifen, diesmal beschränkte er sich auf die Regie und eine kurze Ankündigung aus dem Festivalstudio.

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