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Beziehungstragikomödie im Loop
  · 03.02.21
Verkrampft stehen Ruth (Naemi Latzer) und Ivan (Johannes Benecke) am Bühnenrand. Gekünsteltes, affektiertes Lachen und abgehackte, roboterhafte Bewegegungen begleiten ihren Small-Talk, in dem sich beide gegenseitig versichern, wie erfolgreich sie doch seien. Die österreichische Autorin Teresa Doppler führt in ihrem Stück „Das weiße Dorf“ zwei Menschen vor, die mit Worthülsen um sich werfen und mit Hochglanz-Fassaden ihre innere Leere überdecken wollen.

 Uraufführungs-Regisseurin Valerie Voigt kontrastiert die Beziehungsunfähigkeit der beiden mit dem Pas de deux, den ein zweites, stummes Paar (Hugo Le Brigand/ Julia Müllner) im Wasserbecken zu Füßen von Ruth und Ivan tanzt: innig, zärtlich, eng umschlungen.

Im Frühjahr 2019 wurde „Das weiße Dorf“ von Teresa Dopler beim Heidelberger Stückemarkt mit dem Autor*innenpreis ausgezeichnet. Während in den vergangenen Jahren meist Collagen und Textflächen dominierten, wurde hier ein Text prämiert, bei dem sich klar definierbare Figuren gegenüberstehen. In ihrem High Performer-Stellungskrieg drehen sie sich allerdings im Kreis: etwas zu lang ist dieser Text geraten, da der Grundkonflikt schnell erzählt ist und dann zum Loop erstarrt.

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