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Rätselhafte Geisterbeschwörung und spröde Familienaufstellung
  · 20.01.21
Die neue Arbeit des „RAUM + ZEIT“-Kollektivs (Regie: Bernhard Mikeska, Text: Lothar Kittstein) ist halb Familienaufstellung und halb Geisterbeschwörung. In szenischen Miniaturen verschwimmen Traum und Realität, literarische Figuren und reale Charaktere des Mann-Clans. Im Zentrum der 70 Minuten steht Erika Mann, die von zwei Ensemble-Neuzugängen verkörpert wird: von Katharina Bach, die vom Schauspiel Frankfurt kam, und von Svetlana Belesova, die zuletzt in Bochum engagiert ware. Sie spielen Erika Mann, die daran scheiterte, sich von ihrem dominanten Übervater, dem Nobelpreisträger Thomas Mann, zu emanzipieren, dem sie als Privatsekretärin diente, und die auch im Schatten ihres geliebten Bruders Klaus Mann stand.

Erst in den letzten Minuten verlassen die Spieler*innen ihre Glaskästen, in denen sie voreinander abgeschottet waren. Zu spät wagen Klaus und Erika Mann die Konfrontation mit dem Vater. Auch für die Inszenierung kommt dieses Aufbäumen zu spät: spröde und rätselhaft bleibt die Annäherung an die unglückliche Familie Mann, die vor allem für Literaturwissenschaftler und Mann-Aficionados reizvoll sein könnte.

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