Kritik zuNetwork
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Medien-Satire im 70er Jahre-Retro-Ausstattungs-Look
  · 16.01.21
Für die Entwicklung der 1980er und 1990er Jahre mit dem steilen Aufstieg von Privatfernseh-Managern wie Helmut Thoma von RTL wirkt die „Network“-Satire von 1976 geradezu prophetisch. Viele seiner markigen Sprüche könnten auch 1:1 von den damaligen Filmfiguren stammen. Seitdem hat sich die Medienwelt aber doch drastisch gewandelt. Aus unserer heutigen Perspektive mit Social Media-Konzernen wie Facebook aus dem Silicon Valley, die sich zu weltweiten Oligopolen ausbreiten, wirken die damaligen Hahnenkämpfe fast schon putzig und harmlos.

Die deutsche Erstaufführung von „Network“, die Jan Bosse in Hamburg nach der Broadway-Bühnen-Fassung von Lee Hall inszenierte, bleibt zu sehr im Retro-Look stecken. „Network“ ist ein großes Ausstattungsfest: Stéphane Laimé (Bühne) und Katrin Plath (Kostüme) schufen eine 70er-Jahre-Welt in knalligem Orange, bei dem bis hin zum Wählscheibentelefon jedes Detail passt. Die Thalia-Spieler*innen um Stargast Wolfram Koch in der Hauptrolle als Mischung aus Wutbürger, Gernot Hassknecht und esoterisch-verstrahltem Fernseh-Prediger stürzen sich lustvoll in die Karikaturen bis an den Rand der Klamotte.

Aber für unsere Gegenwart hat unser dieser durchaus unterhaltsame Abend wenig zu sagen, wie einige Hamburger Kritiken nach der Premiere zu Recht schrieben.

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