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Feministisches Infotainment
  · 11.01.21
Feministisches Infotainment bot das Schauspiel Hannover am vergangenen Wochenende mit einem Proben-Mitschnitt. Zwischen den beiden Lockdowns hatte im Ballhof die Adaption eines schwedischen Comics von Liv Strömquist Premiere.

Vier Spielerinnen laden zu einem Streifzug durch die "Kulturgeschichte der Vulva" und die Strategien der "Kolonialisierung der weiblichen Sexualität". Wissens-Vermittlung gibt es hier nicht im Stil des klassischen, oft spröden Dokumentartheaters, sondern als mit Gesang und Tanz aufgelockerte Lecture Performance.

Jede neue Lektion wird vom Werbe-Jingle über "Männer, die sich zu sehr für das interessieren, was als das weibliche Geschlechtsorgan bezeichnet wird". Die Inszenierung von Franziska Autzen, die zuvor mehrfach in der Gaußstraße des Hamburger Thalia Theaters inszenierte und zur neuen Spielzeit als Hausregisseurin nach Konstanz wechselte, spielt mit den Genres: in Kabarett-Einlagen wird die Lustfeindlichkeit des Kirchenvaters Augustinus parodiert, Höhepunkt ist der Wut-Rap, der sich in der Debatte um den § 219 a und das Werbeverbot für Abtreibungen klar positioniert.
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