Kritik zuWoyzeck
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Queere Punk-Version von Büchner
  · 14.11.20
Marie, die den Woyzeck mit dem Tambourmajor betrügt, ist hier nicht die Geliebte, sondern die Mutter der Hauptfigur. Sie ist als einzige auch nicht Mitglied der Punkband, zu der sich Woyzeck, der hier von einem zierlichen, blonden Emo-Boy verkörpert wird, mit all seinen männlichen Gegenspielern zusammenschließt, die wesentlich athletischer sind.


Der Ansatz, die Versatzstücke des Klassiker-Fragments zu remixen, teilweise zu ersetzen und mit einem Punk-Soundtrack (aus Texten einer polnischen Band und Zitaten aus Büchners „Lenz“) ist zwar vielversprechend, verliert sich aber in zu vielen Assoziationen rund um toxische Männlichkeit und lässt klare Konturen vermissen. Mit diesem Online-Gastspiel stellten interessante, junge polnische Künstler vor, die zwar vor frischen Ideen sprühten, die sich an diesem Abend aber dramaturgisch nicht überzeugend zusammenfügten.


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