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Geister- und rätselhaft hinter Masken und zwischen Schweinehälften
  · 07.11.20
Geister- und rätselhaft war auch die wortlose erste Viertelstunde dieses Abends, bei der die Spieler*innen wie Zombies über die Bühne huschten. Ihre Gesichter sind hinter Tüchern und Masken verborgen, die Regisseurin Heike M. Goetze selbst entworfen hat. Auch später, als die ersten Worte fallen, ist das Horváth-Personal nur schwer zu unterscheiden. Als „fremdartig-unfertige Menschen“, die man kaum Individuen nennen könne, sehe Goetze und ihr Dramaturg Ralf Fiedler die Figuren aus dem Volksstück.

In ausführlichen, philologisch interessanten Aufsätzen im Programmheft begründen sie die Regie-Entscheidung, warum alle Spieler*innen hinter Masken verschwinden, mit zahlreichen Belegen für ihre These, dass die „Maske“ und die „Demaskierung“ zentrale Begriffe in Horváths Werk sind. Der Preis dieser Regie-Entscheidung ist jedoch, dass auch die gesamte Inszenierung an Konturen verliert und in einem diffusen Nirvana versinkt.

Zwischen geckerndem Lachen, einer Parodie auf die Wiener Walzer-Seligkeit und Schweinehälften, die über die Bühne gezerrt werden, vollzieht sich eine Horváth-Freestyle-Version, bei der Josef Ostendorfs „Zauberkönig“ noch am klarsten zu erkennen ist.

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