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Die (Theater-) Wüste lebt!
  · 20.10.20
''Corona hin, Hygieneabstand her: Die goldene Winkekatze grüßt den vorbeischwimmenden Silberfisch, das Giraffenkostüm lässt seine Beine baumeln. Der Sonnenschirm findet zu den vergessenen Regenschirmen, die Kaffeemaschine kocht über und die alte Lampe fällt vor Schreck hintüber, aber das nie geöffnete Paket hält still und wahrt sein Geheimnis.

Wie philosophierte doch das Sakko? „Der eigentliche Schauplatz ist die Erinnerung und daher irreal.“ Und so hat es sich die Unmöglichkeit in vielen ordentlich beschrifteten Schubkästchen bequem gemacht. Der Schnee von gestern ruht, die Erfolge von morgen schlafen sanft, Spaghetti und Konfetti sind nachbarlich verbunden. „Probleme gibt es immer“, weiß der lebenserfahrene rosa Rock, denn „ohne Probleme geht es nicht.“ Es folgt der musikalisch heftig untermalte, dramatische Höhepunkt: Sakko und Rock überbieten sich gegenseitig mit der Schilderung ihrer Schandtaten. Man stelle sich vor: Er hat „Gegenstände an Orten abgestellt, wo man Gegenstände nicht abstellen durfte“, und sie hat gar „Zigaretten ins brennende Heu geworfen“!

Ein typischer TamS-Abend. Poetisch und melancholisch, heiter und verrückt, voller liebevoller Einfälle bis ins kleinste Detail, herzerfrischend gespielt und bravourös inszeniert von Lorenz Seib. Einmal mehr hat diese Bühne aus der gegenwärtigen Notsituation, die ja vor allem die kleinen Theater existenziell trifft, mit Humor das Beste gemacht. Wenn die Schauspieler das Theater aufgeben müssen, dann spielt eben das Inventar! Denn: Das Haus verliert nix! Genau.'' schreibt Petra Herrmann am 15. Oktober 2020 auf KULTURA-EXTRA
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