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Launiges Corona-Kabarett vor der 2. Welle
  · 17.10.20
Das SPIEGEL-Interview von Frank Castorf, das Ende April so hohe Wellen schlug, kommt in dieser kleinen Performance, die Marie Bues als Koproduktion des Theaters Rampe mit dem Kunstfest Weimar schuf, erst gegen Ende vor.

Leitmotiv der knapp 40 Minuten ist die Geschichte einer Entmietung: ein Investor kauft das Haus in der Altstadt von Esslingen auf, in dem Nikos Eleftheriadis mit seiner Mutter wohnt. Ein Jahr haben sie Zeit, eine neue Wohnung zu finden. Doch dann kommt der Corona-Lockdown.

Die performative Collage, deren Autorin Sivan Ben Yishai mit Eleftheriadis gemeinsam auf der Bühne steht, ist ein launig-kabarettistischer Rückblick, geprägt von der relativ sorglosen Stimmung des Sommers, als die Warnungen vor einer 2. Welle im Herbst von vielen verdrängt oder lächerlich gemacht wurden.

Eingestreut in die Erzählung von der Wohnungssuche sind Rückblicke auf die ersten Meldungen aus Wuhan, die unvermeidlichen Klopapier-Hamsterwitzchen und die ersten Lockerungen des Frühjahrs. Der kleine Abend plätschert unterhaltsam dahin, so als wäre Corona nur noch eine ferne Erinnerung.
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