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Verweigerte Nähe
  · 08.10.20
''Die vierzehn Tänzerinnen und Tänzer erinnern an Marionetten oder sogar an Automaten, an Avatare. Bei Marco Goecke könnte Susanne Kennedy noch einiges lernen. Immer wieder werden Figuren – einheitlich gekleidete Personen und ihre Gesten und Bewegungen – verdoppelt oder sogar verdreifacht. Zu Windgeräuschen öffnet sich im Hintergrund eine Spiegelwand. Ansonsten gibt es kein Bühnenbild, keine Requisiten. Ausgerechnet zum Concerto in F wird der Stepptanz zitiert, den wir aus den Filmen mit Fred Astaire oder mit Gene Kelly kennen. Wo es Text gibt, in den Songs, wird dieser nicht illustriert. Der Tanz folgt der Musik, nicht den Worten. Umso erstaunlicher, dass der Solist im Finale des 70minütigen Abends wie der Rhapsody in Blue eher gegen die musikalische Logik antanzt. Goecke, so verstehen wir, liebt Gershwin, aber noch mehr liebt er die Souveränität des Tanzes.

Nur einmal, in "I Loves You, Porgy", kommen sich zwei Tänzerinnen ganz nahe wie ein Bild seinem Spiegelbild und umarmen sich. Sie dürfen das. Sie leben zusammen. Übrigens: George Gershwins Bruder Ira hat zu zahlreichen seiner Songs die genialen Texte geschrieben. Das Libretto zu Porgy and Bess stammt, anders als im Programmheft behauptet, nicht von ihm, sondern von DuBose Heyward.'' schreibt Thomas Rothschild am 8. Oktober 2020 auf KULTURA-EXTRA
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