Kritik zuDer Geizige
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Komödien-Spaß mit Horst Schlämmers Hamburger Cousin
  · 25.09.20
Ifflandring-Preisträger Jens Harzer mimt einen alten, weißen Mann mit Überbiss, Buckel und großem Kaffeefleck auf dem schmuddligen Shirt. Vor seiner schmierigen Übergriffigkeit sind weder die Mitspielerinnen noch das Abo-Publikum aus Poppenbüttel sicher.

Wie der Hamburger Cousin von Horst Schlämmer, Hape Kerkelings legendärer Lokaljournalisten-Figur vom Grevenbroicher Tagblatt, wirkt dieser Harpagnon aus Molières Tragikomödie aus dem 17. Jahrhundert.
Die ersten zwei Stunden werden auf einer fast komplett leeren Bühne gespielt. Klapprige Bürostühle mit dem Glamour eines Gemeindesaals am Niederrhein sind die einzigen Requisiten, bis zum Finale eine märchenhafte Rokoko-Treppenkulisse aufgebaut wird, über die die Spieler*innen allzu slapstickhaft kugeln, purzeln und taumeln.

Bis dahin ist der Abend aber ein schöner Komödienspaß, der ganz klassisch auf die Komödien-Mechanik des französischen Altmeisters vertraut und das Wort und die Schauspielkunst in den Mittelpunkt rückt.
Um Horst Harzer alias Jens Schlämmer als Fixstern schwirren seine schüchternen Kinder, die kaum ein Wort herausbekommen (Toini Ruhnke und Steffen Siegmund), seine Bediensteten und Frosine (Marina Galic) als manipulative Strippenzieherin. Es ist ein Glücksfall für die Inszenierung, dass er und Galic auch privat ein Paar sind, so dass die beiden die Komik der Verführungskunst der Frosine und der treudoofen, auf jede Schmeichelei hereinfallenden Selbstverliebtheit des Harpagnon genüsslich und ohne Abstands-Regeln ausspielen können.

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