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Blasse Schatten des geplanten Theaterfests
  · 25.09.20
Der zweistündige Abend ächzt unter der enormen Textmasse, die er sich vorgenommen hat. Die einzelnen Elemente stehen zu unverbunden nebeneinander. Wie ein Fremdkörper in dieser szenischen Lesung wirkt Lia Şahin, die mit ihren Beatboxing-, Hiphop- und Souleinlagen für willkommene Abwechslung zwischen den langen Textblöcken sorgt, die sich vor allem Knirsch und Meyer teilen, bei denen aber auch Abdoul Kader Traoré, der aus Castorfs „Faust“ bekannt ist, und Rüpings Stamm-Musiker Christoph Hart und Matze Pröllochs einige Passagen übernehmen. Wenn Şahin loslegt und ihre Aerosole derart ins Publikum schmettert, dass Karl Lauterbach einige Kilometer weiter auf seinem Stammplatz im Studio von Markus Lanz zusammenzuckt, wird eine Ahnung spürbar, wie der Abend ursprünglich konzipiert gewesen sein mag.

Da aber zu viele Fäden ins Leere laufen und kein Ganzes bilden, verhält es sich mit dieser „Paradies“-Inszenierung wie mit Platons „Höhlengleichnis“: wir sehen nur die blassen Schatten der Ideen.

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