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Theatergeschichten
  · 20.09.20
''Ein Lautsprecher senkt sich aus dem Schnürboden herab und erinnert an die Abstandsregeln. Das Programm der bevorstehenden Spielzeit wird skizziert, etwa durch einen kurzen biographischen Hinweis auf Hans Fallada, auf seine Anbiederung an den Nationalsozialismus. Münchhausen fliegt schon einmal auf einer Kanonenkugel durch den Bühnenraum. Kostproben erinnern an Erfolge der Vergangenheit, an Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss oder an die Rocky Horror Show. Anna-Katharina Muck prahlt mit ihrer Heiligen Johanna der Schlachthöfe von 2009, und Ahmad Mesgarha instrumentiert, was seit Jack Benny in Sein oder Nichtsein immer für einen Lacher gut ist: die Eitelkeit des Schauspielers, der seine Auftritte vermisst und stattdessen Abendbrot – Schnittchen mit Kräuterbutter – bereiten muss.

Vorhänge senken und heben sich vor dem Nichts, eine Projektion brillant gefilmter Videos von Tina Wilke bringt den gemeinhin unsichtbaren Schnürboden ins Blickfeld. Die Musik, zumeist live von zwei, vom Ensemble hurtig unterstützten Musikern, Jens-Karsten Stoll und Dietrich Zöllner, vorgetragen, aber auch vorproduziert – Henry Mancinis Moon River auf einer singenden Säge –, ist ein essentieller Bestandteil des Abends. Am Schluss – die Pointe: Isabella Krieger und Elias Baumann gehen auf einander zu, brüllen sich an und küssen sich. Von wegen Einmeterfünfzig.'' schreibt Thomas Rothschild am 20. September 2020 auf KULTURA-EXTRA
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